Geopark-Nachhaltigkeitstag zum Thema Ressourcenabbau

Am 25. April fand im Ratssaal in Königslutter am Elm der Geopark-Nachhaltigkeitstag statt. Die Veranstaltung widmete sich dem vielschichtigen und teils kontroversen Thema der Rohstoffgewinnung in der Region und ihrer Bedeutung für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft.
Zu Beginn begrüßte Bürgermeister Alexander Hoppe die Referenten sowie die anwesenden Gäste. Er hob hervor, dass es sich zwar um eine eher kleine Runde handle, diese jedoch durch großes Interesse und Engagement geprägt sei.
Einen Einstieg in das Thema bot Dr. Zellmer, Geschäftsstellenleiter der Geopark-Geschäftsstelle in Königslutter. Er machte deutlich, dass es sich bei der Rohstoffgewinnung um ein „unbequemes Thema“ handele: Einerseits bestehe ein hoher Bedarf an Baustoffen, andererseits stoße ein Abbau in unmittelbarer Nähe häufig auf Ablehnung. Gerade aufgrund dieses Konfliktpotenzials sei es wichtig, dass sich der Geopark aktiv mit dem Thema auseinandersetze.
Im Anschluss führte Dr. Volker Wilde, Vorsitzender des Geopark-Beirats, aus der Sicht des Geoparks in die Thematik ein und erläuterte die Bedeutung regionaler Quellen für mineralische Rohstoffe aus der Perspektive der Nachhaltigkeit.
Christopher Rott und Steve Heydecke von der Fels Werke GmbH verdeutlichten die zentrale Rolle von Kalkstein im Alltag. Sie zeigten auf, dass Kalk in zahlreichen alltäglichen Produkten enthalten ist, etwa in Glas, Katzenstreu oder Zahnpasta, und zudem eine wichtige Rolle bei der Aufbereitung unseres Trinkwassers spielt. Darüber hinaus betonten sie die Zusammenarbeit ihres Unternehmens mit verschiedenen Naturschutzverbänden, beispielsweise im Rahmen von Projekten wie Fledermausmonitoring oder der Renaturierung von Tagebauen.
Dr. Stefan Löbens, Geschäftsführer des Verbands der Bau- und Rohstoffindustrie e. V. für Niedersachsen, sprach über die regionale Verfügbarkeit und Versorgung mit mineralischen Rohstoffen sowie deren gesellschaftliche Akzeptanz. Er stellte heraus, dass die Rohstoffgewinnung in Deutschland nur einen sehr geringen Anteil an der Gesamtfläche ausmacht und größere Eingriffe in die Natur vor allem durch Flächenversiegelung sowie Land- und Forstwirtschaft entstünden.
Christoph Arnolf von der Mitteldeutschen Baustoffe GmbH gab Einblicke in nachhaltige Ansätze bei der Hartgesteinsindustrie. Unter dem Leitgedanken „Verantwortung zwischen Natur, Wirtschaft und Gesellschaft“ zeigte er am Beispiel seines Unternehmens auf, wie versucht wird, ökologische, ökonomische und soziale Aspekte miteinander in Einklang zu bringen.
In der abschließenden Podiumsdiskussion waren sich alle Referenten einig, dass ein verantwortungsvoller und nachhaltiger Umgang mit Rohstoffen von zentraler Bedeutung ist. Zwar gehe deren Gewinnung zwangsläufig mit Eingriffen in den ursprünglichen Naturraum einher, gleichzeitig würden jedoch, z.T. bereits während des Abbaues, neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere entstehen. Zudem wurde betont, wie wichtig es sei, nicht nur auf politischer Ebene zu diskutieren, sondern die breite Öffentlichkeit aktiv zu informieren und einzubeziehen.
Während der Veranstaltung entwickelte sich ein intensiver und konstruktiver Austausch – insbesondere bei der Podiumsdiskussion. Die Vertreter der Gewinnungsbetriebe sowie des Geoparks bekräftigten abschließend ihren Willen, den Dialog fortzusetzen und gemeinsam neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit zu entwickeln, um das Thema unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit künftig noch stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken.
Foto, v.L.: Steve Heydecke (Fels Werke GmbH), Christoph Arnolf (Mitteldeutschen Baustoffe GmbH), Dr. Stefan Löbens (Geschäftsführer des Verbands der Bau- und Rohstoffindustrie e. V. für Niedersachsen), Claus-Jürgen Schillmann (Geopark-Vorstand), Dr. Henning Zellmer (Geopark-Geschäftsstellenleiter), Dr. Volker Wilde (Geopark-Beiratsvorsitzender) und Dr. Wilfried Hinrichs (Geoguide und zertifizierter Natur- und Landschaftsführer)
