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6. November 2026

HARZVERBAND würdigt ehrenamtliches Engagement

Drei Auszeichnungen beim Jahresempfang im Großen Schloss Blankenburg


Drei Auszeichnungen beim Jahresempfang im Großen Schloss Blankenburg

Im historischen Ambiente des Großen Schlosses Blankenburg kamen am 4. November 2026 die Mitglieder des HARZVERBANDs zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung und anschließend zum traditionellen Jahresempfang zusammen. Im Mittelpunkt des Abends standen neben wichtigen personellen und organisatorischen Entscheidungen insbesondere das ehrenamtliche Engagement und drei besondere Auszeichnungen für den ehrenamtlichen Einsatz zum Erhalt der Natur- und Kulturschätze des Harzes.

André Schröder neuer Vorsitzender des HARZVERBAND e.V.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde André Schröder, Landrat des Landkreises Mansfeld-Südharz, zum neuen Vorsitzenden des HARZVERBANDs gewählt. Er übernimmt das Amt von Thomas Balcerowski, Landrat des Landkreises Harz, der den Verband ein Jahr lang führte. Darüber hinaus verabschiedeten die Mitglieder turnusgemäß den Haushalt und den Stellenplan für das Jahr 2027.
Im Anschluss begrüßten Matthias Jendricke, stellvertretender Vorsitzender, und Carola Schmidt, Geschäftsführerin des HARZVERBAND e.V., die Fördermitglieder, ordentlichen Mitglieder und Preisträger im Grauen Saal des Schlosses zum Jahresempfang.

Carola Schmidt stellte in ihrer Rede die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Region heraus. Ohne die vielen Menschen, die sich mit Zeit, Ideen und Tatkraft für den Harz einsetzen, wäre die Region nicht das, was sie heute ist. Zugleich betonte sie die Bedeutung der Zusammenarbeit der Organisationen und Verbände unter dem Dach des HARZVERBAND e.V. Als aktuelles Beispiel nannte sie das gemeinsame Beschilderungsprojekt in den Landkreisen Harz und Mansfeld-Südharz. Dieses umfasst unter anderem den Aufbau einer Datenbank zur Erfassung und Verwaltung der Beschilderung und Infrastruktur an Wanderwegen, die Entwicklung einer App für den Einsatz bei Kontrollgängen im Gelände sowie die notwendige Ergänzung und Erneuerung der Beschilderung.

Drei Auszeichnungen für Natur, Kultur und ehrenamtlichen Einsatz

Im Mittelpunkt des Jahresempfangs standen die Verleihung des Naturparkpreises Harz, des Harzer Kulturpreises 2026 und die Würdigung des Fördervereins Teufelsmauer Weddersleben e.V. anlässlich der Wahl der Teufelsmauer zum Naturwunder 2026.

Der seit 1999 vom HARZVERBAND e.V. vergebene Naturparkpreis Harz stand in diesem Jahr unter dem Motto „Mutter Natur gärtnert – Wildpflanzen mehr Raum geben“. Ausgezeichnet wurde der Wildpflanzen e.V. aus Benneckenstein für sein Engagement und die Anlage des Essbaren WildpflanzenParks (EWILPA) in Benneckenstein. Den Harzer Kulturpreis 2026 zum Thema „Verborgene Kulturschätze im Harz“ erhielt der Verein Rettung Schloss Blankenburg e.V. Als drittes Highlight des Abends wurde der Förderverein Teufelsmauer Weddersleben e.V. für seinen Einsatz rund um die erfolgreiche Wahl der Teufelsmauer zum Naturwunder 2026 geehrt.

Naturparkpreis Harz: Wildpflanzen mit allen Sinnen erleben

In ihrer Laudatio würdigte Kerstin Rieche, Vorsitzende des Landesverbandes für Landschaftspflege Sachsen-Anhalt e.V. und Mitglied im Naturpark-Ausschuss, die Bedeutung der Wildpflanzen für die Artenvielfalt und das Leben der Menschen. Über 2.000 Farn- und Blütenpflanzenarten seien im Naturpark Harz dokumentiert – das entspreche etwa zwei Dritteln aller Pflanzenarten Deutschlands, Flechten und Moose noch nicht mitgerechnet.

Am Beispiel des EWILPA werde deutlich, dass die Natur nicht immer menschliche Planung und Ordnung brauche. Vielmehr könne es sinnvoll sein, ihr Raum zu geben und Pflanzen an den Standorten wachsen zu lassen, an denen sie von Natur aus gut gedeihen. Wildpflanzen seien nicht nur wichtig für die biologische Vielfalt, sondern auch für gesunde Ernährung, Naturheilkunde, Kosmetik und den Landschaftsbau.

Der 2019 gegründete gemeinnützige Wildpflanzen e.V. verfolgt das Ziel, Menschen den Zugang zu essbaren Wildpflanzen zu ermöglichen, Wissen zu vermitteln und die Verbundenheit mit der Natur zu stärken. Im Jahr 2021 entstand unter Federführung der Vereinsvorsitzenden und Initiatorin Dr. Gudrun Kopka der erste Essbare WildpflanzenPark Sachsen-Anhalts in Benneckenstein. Die Stadt Oberharz am Brocken stellte dafür eine rund 1.000 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung. Inzwischen erstreckt sich der Park über vier Bereiche im Ort. Mehr als 1000 Pflanzen wurden dort angesiedelt und durch einen Naschgarten ergänzt. Besucher können Wildpflanzen sowie Wild- und Kulturobst entdecken und die Natur mit allen Sinnen erfahren. „Denn wer Pflanzen kennt, nimmt seine Umgebung ganz anders wahr“, betonte Rieche. Entscheidend sei dabei, die Menschen vor Ort mitzunehmen, für die Vielfalt zu sensibilisieren und sie zum Mitmachen zu begeistern. Genau dieses Anliegen verkörpere der Preisträger.

Harzer Kulturpreis 2026: Rettung Schloss Blankenburg e.V. schafft Zukunft

Der Verein Rettung Schloss Blankenburg e.V. wurde für seinen außergewöhnlichen Einsatz zum Erhalt eines bedeutenden Kulturdenkmals ausgezeichnet. Den Preis nahm der stellvertretende Vereinspräsident André Gast entgegen. Die Laudatio hielt Dr. Oliver Junk, Vorsitzender des Harzklubs. „Eine Gesellschaft, die vom Ehrenamt lebt, darf das Ehrenamt nicht aufbrauchen“, stellte Junk gleich zu Beginn seiner Rede heraus. Die Geschichte der Schlossrettung sei dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Sie begann 2005 mit gerade einmal sieben Menschen, die dem zunehmenden Verfall des Schlosses nicht länger tatenlos zusehen wollten. Heute zählt der Verein rund 450 Mitglieder. Gemeinsam hätten sie Verantwortung übernommen, eine GmbH gegründet und mit großem persönlichen Einsatz die Zukunft des Schlosses gesichert.

Aus einem vom Verfall bedrohten Denkmal sei so wieder ein lebendiger Ort geworden, an dem heute Feste, Veranstaltungen, Führungen, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen stattfinden. „Sie haben nicht darauf gewartet, dass andere handeln. Sie haben selbst gehandelt“, würdigte Junk den Einsatz der Vereinsmitglieder. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Anerkennung des Ehrenamtes nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, dass der Erhalt bedeutender Kulturdenkmäler auch eine gesellschaftliche Verantwortung sei. Das Schloss sei weit mehr als ein historisches Gebäude: Es stehe für Identität und Heimat. Der Verein bewahre deshalb nicht nur Mauern, sondern schaffe Zukunft. Die Auszeichnung sei zugleich Anerkennung und Auftrag, mit dem Engagement der Menschen sorgsam umzugehen.

Teufelsmauer ist Naturwunder 2026: Auszeichnung für eine starke Region

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Würdigung des Fördervereins Teufelsmauer Weddersleben e.V. Die Teufelsmauer hatte sich bei der bundesweiten Publikumswahl zum Naturwunder 2026 der Heinz-Sielmann-Stiftung und des Deutschen Wanderverbands gegen acht namhafte Naturziele aus ganz Deutschland durchgesetzt. Mehr als 32.000 Menschen beteiligten sich an der Abstimmung, knapp 10.000 Stimmen entfielen auf die beeindruckende Felsformation im Harz. Dirk Landau, Präsident des Deutschen Wanderverbands, hob in seiner Laudatio die besondere landschaftliche Bedeutung der Teufelsmauer hervor. Die über Millionen von Jahren entstandenen Felsformationen machten eindrucksvoll sichtbar, welche Schönheit und Vielfalt die Natur direkt vor unserer Haustür bereithalte. Die Auszeichnung sei daher nicht nur eine Anerkennung für einen außergewöhnlichen Naturraum, sondern vor allem auch für die Menschen und Organisationen, die sich vor Ort für dessen Erhalt und Vermittlung einsetzen.

Dabei verwies Landau auf die lange Naturschutztradition der Teufelsmauer: Bereits 1833 wurde das Brechen von Steinen an der Felsformation untersagt, 1852 wurde dies ausdrücklich bekräftigt. Angesichts des weltweiten Verlusts biologischer Vielfalt sei es heute wichtiger denn je, empfindliche Lebensräume zu bewahren. Eine kluge Besucherlenkung und Rücksichtnahme seien dafür unerlässlich. Die Naturwunderwahl verbinde auf besondere Weise Naturerlebnis und Naturschutz und könne dazu beitragen, das Bewusstsein für den Wert solcher Landschaften zu stärken.

Auch Carolin Ruh, Vorsitzende der Heinz-Sielmann-Stiftung, gratulierte dem Verein unter dem Vorsitz von Dirk Meisel. Sie erinnerte an einen Leitsatz des Stiftungsgründers Heinz Sielmann: „Du wirst nur das eines Tages schützen und bewahren, was du kennst.“ Menschen jeden Alters für die Natur zu begeistern und sie für deren Schutz zu gewinnen, sei ein zentrales Anliegen der Stiftung. Der Erfolg der Teufelsmauer bei der Publikumswahl habe einmal mehr eindrucksvoll gezeigt, wie gut die Menschen und Netzwerke im Harz zusammenwirkten.

Der Titel Naturwunder 2026 sei zugleich Ansporn, die Teufelsmauer als einzigartigen Naturraum zu erhalten und noch mehr Menschen für ihre Besonderheiten zu begeistern. Die Auszeichnung mache deutlich, was durch gemeinschaftliches Engagement und eine starke regionale Verbundenheit erreicht werden könne. Dirk Meisel bedankte sich für großen Rückhalt: „Ohne die Unterstützung anderer wäre es nicht gegangen.“ Die Anmeldung zur bundesweiten Wahl hatte das Vereinsmitglied Joana Krauß initiiert.

Engagement verbindet die Harzregion

Die Auszeichnungen machen eindrucksvoll deutlich, wie vielfältig das ehrenamtliche Engagement im Harz ist. Die drei Preisträger stehen beispielhaft für Menschen, die Verantwortung übernehmen und ihre Region aktiv mitgestalten. Der HARZVERBAND e.V., Träger des Naturparks Harz und des UNESCO Global Geoparks Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen, würdigt damit nicht nur besondere Leistungen, sondern auch den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit, die den Harz lebendig halten.

Text und Foto: HARZVERBAND e. V.

Foto: Übergabe der Urkunde zur Auszeichnung der Teufelsmauer zum Naturwunder 2026.

6. November 2026

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