Mein FÖJ im Geopark

Bericht unseres ehemaligen Freiwilligen Jannis Ratke
Nach meinem Abitur war für mich zunächst klar, dass ich eigentlich direkt studieren wollte. Gleichzeitig hatte ich nach der Schule gemerkt, dass ich erst einmal etwas anderes machen und praktische Erfahrungen sammeln möchte. So bin ich schließlich auf das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) aufmerksam geworden und habe mich für eine Stelle beim Geopark entschieden.
Schon beim Start hatte ich das Gefühl, an der richtigen Stelle angekommen zu sein. Ich wurde herzlich aufgenommen und von Anfang an als Teil des Teams gesehen. Gerade die Einarbeitung war sehr angenehm: Es wurde sich Zeit genommen, mir die verschiedenen Aufgaben und Abläufe zu zeigen, gleichzeitig bekam ich aber auch schnell die Möglichkeit, selbstständig zu arbeiten.
Ein großer Teil meines FÖJs bestand aus Büroarbeit. Dabei waren meine Aufgaben sehr abwechslungsreich. Ich konnte eigene Aufgaben übernehmen, mich in verschiedene Projekte einbringen und auch selbst entscheiden, welche Themen mich besonders interessieren. Besonders gut fand ich, dass mir dabei viel Vertrauen entgegengebracht wurde. Ich konnte selbstständig arbeiten, eigene Erfahrungen sammeln und auch einmal etwas ausprobieren. Dadurch habe ich im Laufe des Jahres vor allem gelernt, mich selbst zu organisieren und Verantwortung für meine Aufgaben zu übernehmen.
Trotz des großen Anteils an Büroarbeit gab es immer wieder Möglichkeiten, den Schreibtisch zu verlassen. Ich konnte an Sitzungen und Veranstaltungen teilnehmen, bei verschiedenen Projekten mitwirken und auch Aufgaben außerhalb des Büros übernehmen. Besonders schön waren für mich die Gelegenheiten, bei denen Natur und praktische Arbeit miteinander verbunden wurden.
Auch der ökologische Bezug meiner Arbeit war auf unterschiedliche Weise vorhanden. Oft war er nicht direkt auf den ersten Blick zu erkennen, sondern eher Teil der Projekte, die im Hintergrund geplant und organisiert wurden. So ging es beispielsweise um Angebote für GeoGuides, die mit Kindergruppen in die Natur gehen, oder um Themen wie nachhaltige Entwicklung. Dadurch habe ich auch eine andere Seite von Umwelt- und Naturschutz kennengelernt: Nicht alles findet draußen in der Natur statt – ein großer Teil der Arbeit besteht auch aus Planung, Organisation und Bildungsarbeit.
Besonders positiv habe ich das Miteinander im Geopark erlebt. Über mein gesamtes FÖJ hinweg hatte ich das Gefühl, dass ich mich mit Fragen, Ideen oder Problemen jederzeit an das Team wenden konnte. Gleichzeitig hatte ich viel Freiraum und konnte meine Aufgaben zu einem großen Teil selbstständig gestalten. Dadurch war das FÖJ für mich nicht einfach nur ein Jahr zwischen Schule und Studium, sondern eine Zeit, in der ich tatsächlich Teil eines Teams war und Verantwortung übernehmen konnte.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des FÖJ waren natürlich die Seminare. Am Anfang war es ungewohnt, mit vielen fremden Menschen für mehrere Tage zusammenzukommen. Allerdings hat man sehr schnell Kontakte geknüpft und sich als Gruppe zusammengefunden. Besonders gut gefallen haben mir die verschiedenen Einheiten und die Mischung aus ökologischer Bildung, gemeinsamen Aktivitäten und Bewegung. Durch die Seminare konnte ich nicht nur viel über ökologische Themen lernen, sondern auch viele neue Menschen kennenlernen und Erfahrungen außerhalb meiner Einsatzstelle sammeln.
Wenn ich auf mein FÖJ zurückblicke, nehme ich vor allem mit, dass ich mich persönlich sehr weiterentwickelt habe. Ich habe viel selbstständig gearbeitet, Verantwortung übernommen und herausgefunden, was mir liegt und welche Aufgaben mir Spaß machen. Gleichzeitig war es spannend, endlich aus dem schulischen Alltag herauszukommen und zu erleben, wie es ist, tatsächlich in einem Team zu arbeiten.
Mein FÖJ im Geopark war für mich deshalb eine sehr wertvolle Erfahrung. Ich bin froh, mich damals gegen den direkten Weg an die Universität und für dieses Jahr entschieden zu haben. Besonders die Kombination aus selbstständigem Arbeiten, ökologischem Lernen, neuen Erfahrungen und einem tollen Team hat das Jahr für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Ich kann ein FÖJ daher vor allem denjenigen empfehlen, die nach der Schule einmal etwas anderes ausprobieren, praktische Erfahrungen sammeln und dabei gleichzeitig etwas für Umwelt und Gesellschaft tun möchten. Für mich war es definitiv ein Jahr, aus dem ich viel mitnehme – und eines der besten Jahre, die ich bisher erlebt habe.
