{"id":19050,"date":"2021-09-07T11:18:46","date_gmt":"2021-09-07T09:18:46","guid":{"rendered":"https:\/\/geopark-hblo.de\/?p=19050"},"modified":"2021-09-07T11:18:49","modified_gmt":"2021-09-07T09:18:49","slug":"wasser-ein-schluesselthema-fuer-unsere-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geopark-hblo.de\/it\/2021\/09\/07\/wasser-ein-schluesselthema-fuer-unsere-zukunft\/","title":{"rendered":"Wasser &#8211; ein Schl\u00fcsselthema f\u00fcr unsere Zukunft"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Schladen, Wolfenb\u00fcttel und K\u00f6nigslutter am Elm 6.09.2021<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am vergangenen Samstag fand im DGH Schladen das Symposium \u201eZukunftskonzept Nachhaltiges Wassermanagement\u201c statt, eine gemeinsame Informationsveranstaltung des UNESCO Geoparks Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen und des Landkreises Wolfenb\u00fcttel. Aufgrund der Corona-Situation konnten nur 50 Personen teilnehmen, darunter B\u00fcrgermeister und weitere Vertreter*innen der kommunalen Verwaltungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch den B\u00fcrgermeister der Gemeinde Schladen-Werla Andreas Memmert, er\u00f6ffnete Landr\u00e4tin und Vorsitzende des Geopark-Tr\u00e4gervereins Christiana Steinbr\u00fcgge die Veranstaltung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Video-Gru\u00dfwort begr\u00fc\u00dfte Umweltminister Olaf Lies, die regionale Initiative ausdr\u00fccklich und betonte, dass Wassermanagement nur gemeinsam zu gestalten sei.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch das Programm f\u00fchrte der Geograph und Bodenkundler Prof. emer. Dr. Heiko Diestel, TU Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste Impulsvortrag von Dr. J\u00f6rg Elbracht vom Landesamt f\u00fcr Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen informierte unter der \u00dcberschrift \u201eWird das Wasser knapp?\u201c \u00fcber den Wasserbedarf und -verf\u00fcgbarkeit heute und in Zukunft. Er berichtete, dass die Gesamt-Niederschlagsmenge in den vergangenen Jahren regelm\u00e4\u00dfig zugenommen hat, aber die jahreszeitlichen Schwankungen und regionalen Unterschiede sich deutlich verst\u00e4rkt haben und weiter verst\u00e4rken werden. Die Haupt-Niederschlagsmonate haben sich durch den Klimawandel vom Fr\u00fchsommer in den Winter verlagert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maik Uhlen, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft der Harzwasserwerke, referierte \u00fcber die Herausforderungen des Klimawandels f\u00fcr seinen Betrieb. Die gr\u00f6\u00dferen Schwankungen der Regenmengen bis hin zu katastrophalem Starkregen erfordern einen \u00fcberlegten Umgang mit dem F\u00fcllstand der Talsperren. Andererseits konnten in regenarmen Zeiten nur durch Umpumpen zwischen den Talsperren Ausf\u00e4lle in der Wasserversorgung vermieden werden. Er prognostizierte, dass der Wasserverbrauch in D\u00fcrrezeiten eingeschr\u00e4nkt werden m\u00fcsse und zum Beispiel \u00fcber h\u00f6here Preise in bestimmten Zeiten erreicht werden k\u00f6nne. Zudem m\u00fcssen weitere Bauma\u00dfnahmen zur Gewinnung von Regenwasser angegangen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Nataliya Stupak vom Th\u00fcnen Institut in Braunschweig informierte \u00fcber die Herausforderungen f\u00fcr die Bew\u00e4sserung landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4chen. Um ausk\u00f6mmliche Ernten zu erzielen, werden immer mehr Landwirte gezwungen sein, ihre Fl\u00e4chen zu bew\u00e4ssern. Die Fehlernten durch Starkregen und D\u00fcrren der vergangenen Jahre haben viele Betriebe au\u00dferordentlich stark belastet. Wenn nun die Kosten f\u00fcr eine regelm\u00e4\u00dfige Bew\u00e4sserung hinzukommen, l\u00e4sst sich Getreide bei den heute \u00fcblichen Preisen nicht mehr wirtschaftlich anbauen. Auch die Vorreiterrolle Niedersachsens im Bereich der Bew\u00e4sserung helfe bei diesem grunds\u00e4tzlichen Problem nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der kritischen Bestandsaufnahme war es dann Zeit f\u00fcr die Skizzierung von L\u00f6sungen und Auswegen: Ina K\u00fcddelsmann (Aquascop, V\u00f6gelsen) stellte unter dem Titel \u201eBlueing&#8221; eine neue Art des nachhaltigen Wassermanagements nach dem Vorbild der Natur vor. Sie wies darauf hin, dass bei der Betrachtung des Klimawandels in der Regel die Bedeutung des Wasserhaushaltes viel zu wenig Beachtung findet. Das verschlie\u00dfe den Blick auf m\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen gegen den Klimawandel jenseits der Diskussionen um Co<sub>2<\/sub>-Bepreisung und E-Mobilit\u00e4t. Ihre Kernthese besagt, dass durch eine intelligente Nutzung der Landschaft und des st\u00e4dtischen Raumes sehr viel mehr Wasser im Boden- und Vegetationsbereich gehalten werde und die Temperaturschwankungen dadurch deutlich niedriger bleiben. Es sei dadurch im Sommer k\u00fchler und im Winter w\u00e4rmer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Untermauert wurde diese These durch einen Blick auf zahlreiche W\u00e4rmebilder von Landschaften, die wie bei einer Fiebermessung anzeigen, welche Gebiete \u00fcberhitzt und welche m\u00e4\u00dfiger temperiert sind. Ver\u00e4nderungen lie\u00dfen sich durch die Verwendung dieser Messtechnik beispielsweise durch Satelliten \u00fcberpr\u00fcfen, was f\u00fcr die Akzeptanz von Ma\u00dfnahmen wichtig sei. Nat\u00fcrlich k\u00f6nne man nicht ganze Regionen von heute auf morgen umkrempeln, aber Pilotprojekte z.B. rings um einen definierten Flussabschnitt seien schnell umsetzbar und k\u00f6nnten als gutes Beispiel ausstrahlen. K\u00fcddelsmann regte an, den Geopark, zu einer Modellregion f\u00fcr das \u201eBlueing\u201c zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur folgenden Podiumsdiskussion unter dem Motto \u201eMachen ist wie wollen nur krasser! Was k\u00f6nnen wir zur Nachhaltigkeit beitragen?\u201c stie\u00dfen zu den Referent*innen Gerhard Schwetje, Pr\u00e4sident Landwirtschaftskammer in Niedersachsen und Claus-J\u00fcrgen Schillmann, Vorstandsmitglied im Geopark-Tr\u00e4gerverein und ehemaliger Baudirektor im Landkreis Wolfenb\u00fcttel hinzu. Schwetje begr\u00fc\u00dfte den konstruktiven und integrativen Ansatz der Veranstaltung und erl\u00e4uterte am Beispiel des \u201eNieders\u00e4chsischen Weges\u201c wie wichtig gemeinsame L\u00f6sungsans\u00e4tze zur Bew\u00e4ltigung der Klimakrise sind. &nbsp;Es sei wichtig, nicht aus dem Auge zu verlieren, dass Landwirte in ihren Betrieben einen ausk\u00f6mmlichen Gewinn erwirtschaften m\u00fcssen, damit sie die Ern\u00e4hrung der Bev\u00f6lkerung und die Pflege der Landschaft nachhaltig leisten k\u00f6nnen. Die Diskussionsrunde war sich einig, dass Klimaschutzma\u00dfnahmen in der Landschaft, wie zum Beispiel die Umstellung auf Agroforstwirtschaft, auch finanzielle Ausgleichsma\u00dfnahmen erfordern. Aber, so fragte Schwetje, ist die Klimakrise nicht mindestens so bedrohlich wie die Coronakrise, f\u00fcr die Milliarden Euro ausgegeben werden? Und sind die hier skizzierten Ma\u00dfnahmen gegen den Klimawandel nicht mindestens ebenso f\u00f6rderw\u00fcrdig wie Windparks und Elektro-Mobilit\u00e4t? Schillmann pl\u00e4dierte daf\u00fcr, mit schnell umsetzbaren Teilprojekten voranzugehen und sich nicht in Grundsatz-Diskussionen f\u00fcr die ganz gro\u00dfen L\u00f6sungen zu verzetteln. Der Geopark hat mit dieser Methode und seiner Netzwerk-Arbeit in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihrem Schlusswort bedankte sich Christiana Steinbr\u00fcgge bei allen Teilnehmer*innen und res\u00fcmierte, dass es sinnvoll sei, diesen fruchtbaren Austausch zwischen Wissenschaft, Verb\u00e4nden, Politik, Verwaltung und B\u00fcrgern zum Schl\u00fcsselthema Wasser unter dem Dach des Geoparks fortzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ergebnisse und Vortr\u00e4ge der Veranstaltung werden im zweiten Band der Geopark-Schriftenreihe \u201eGAUSSIANA\u201c als frei downloadbare Zusammenfassung erscheinen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"excerpt\">Schladen, Wolfenb\u00fcttel und K\u00f6nigslutter am Elm 6.09.2021 Am vergangenen Samstag fand im DGH Schladen das Symposium \u201eZukunftskonzept Nachhaltiges Wassermanagement\u201c statt, eine gemeinsame Informationsveranstaltung des UNESCO Geoparks Harz . 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