Fossilien-Malwettbewerb: Wenn aus dem Ichthyosaurier ein Kunstwerk wird

Europasaurus holgeri, Plateosaurier, Ammoniten oder Ichthyosaurier – die Liste der Fossilien, die im Gebiet des UNESCO Global Geoparks Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen entdeckt wurden, ist noch viel länger. Sie erzählen von urzeitlichen Meeren, gewaltigen Landtieren und längst vergangenen Lebensräumen. Jedes Jahr am 6. Oktober, dem Internationalen Tag der Geodiversität, wird weltweit daran erinnert, wie vielfältig die unbelebte Natur ist und welche Rolle Gesteine, Böden, Mineralien und Fossilien für das Verständnis unserer Erde spielen. Diesen Anlass nutzte der UNESCO Global Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen, um das fossile Erbe der Region besonders in den Fokus zu rücken – und rief einen Mal-Wettbewerb für weiterführende Schulen ins Leben.
Schüler bringen Fossilien aufs Papier
Unter dem Titel „Fossil des Jahres 2026“ waren Klassen im gesamten Geopark-Gebiet eingeladen, ihr Lieblingsfossil künstlerisch zu gestalten. Wichtigste Bedingung: Das gezeichnete Fossil musste tatsächlich in der Region vorkommen. Bis zum Einsendeschluss am 31. Dezember 2025 entstanden zahlreiche kreative Arbeiten. Ob detailreiche Ammoniten, mächtige Saurier oder imposante Höhlenbären – die Schülerinnen und Schüler ließen längst versteinerte Funde in Farben und Formen erscheinen.
Vier Schulen beteiligen sich
Insgesamt nahmen vier Schulen am Wettbewerb teil. Angesichts der Vielzahl gelungener Bilder entschied sich die Jury, bestehend aus Esther Czymoch, Geopark-Fachbereichsleiterin beim Trägerverein HARZVERBAND e.V, und Deborah Trümer, Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsarbeit beim Geopark-Trägerverein Braunschweiger Land-Ostfalen e.V., zusätzlich zum ersten auch einen zweiten und dritten Platz zu vergeben. Den Sieg errang Amy Brenner aus der Klasse 7 b der Giordano-Bruno-Gesamtschule Helmstedt (IGS). Ihr Motiv: ein Ichthyosaurier-Fossil.
Das ausgestorbene Meeresreptil aus dem Erdmittelalter war vollständig an das Leben im Wasser angepasst. Ein über 180 Millionen Jahre alter Fund dieses Tieres stammt etwa aus dem Geopunkt Jurameer Schandelah nordöstlich des Harzes.
Preise und nächste Wettbewerbsrunde
Mit ihrem Sieg hat Amy Brenner nicht nur Anerkennung gewonnen. Ihre Klasse darf sich über einen Ausflug in den Erlebnissteinbruch Hainholz freuen, wo sie gemeinsam mit einem Geoguide auf Fossiliensuche gehen wird. Die Gewinnerin selbst erhält zudem eine Familienkarte für das Naturhistorische Museum Braunschweig. Doch damit ist der Wettbewerb für ihr Bild noch nicht beendet: Es wird nun für den europaweiten Titel „EGN-Fossil des Jahres 2026“ eingereicht. Die Arbeitsgruppe „Fossilienfundorte und Evolution“ des Europäischen Geopark-Netzwerks (EGN) stimmt im März 2026 über die eingereichten Siegerbilder aus den europäischen Geoparks ab. Das endgültige Gewinnerbild soll voraussichtlich am 21. Mai 2026 bekannt gegeben werden – dem Geburtstag der britischen Fossilienpionierin Mary Anning.
Vorbereitung mit Forschergeist
Groß war die Freude auch bei den Tutorinnen der Gewinnerklasse, Ute Dreyer-Ohde und Ilka Dörrheide. Letztere verrät, dass sie selbst eine Schwäche für Fossilien habe – ein Grund, warum sie ihre Klasse zur Teilnahme motivierte. Zur Vorbereitung unternahm die 7b sogar einen Ausflug ins Geopark-Informationszentrum Königslutter und sammelte dort Inspiration für ihre Zeichnungen. Esther Czymoch, Geopark-Fachbereichsleiterin des Südteils, und Carolin Neumann, Öffentlichkeitsbeauftragte, trugen die frohe Botschaft in die Klasse und zeichneten die Erstplatzierte und die Klasse Mitte Februar aus.
Starke Konkurrenz aus Dardesheim
Auch die Plätze zwei und drei gingen an junge Künstlerinnen aus einer Klasse 7b: Henriette Böhlke von der Sekundarschule „Thomas Mann“ in Dardesheim belegte mit einem Bild voller Ammoniten den zweiten Platz. Den dritten Rang erreichte ihre Klassenkameradin Stella Pfützenreuter mit einem Plateosaurus-Motiv. An ihrer Schule hatte sich sogar der gesamte siebte Jahrgang am Wettbewerb beteiligt. Die Zweit- und Drittplatzierten erhielten jeweils eine Urkunde und einen Beutel voller nützlicher Dinge für eine Wandertour durch den Geopark.
Text und Foto: C. Neumann, HARZVERBAND e. V.
