{"id":16730,"date":"2021-05-28T10:12:42","date_gmt":"2021-05-28T08:12:42","guid":{"rendered":"https:\/\/geopark-hblo.de\/?p=16730"},"modified":"2021-05-28T10:12:43","modified_gmt":"2021-05-28T08:12:43","slug":"expedition-erdreich-mit-teebeuteln-den-boden-erforschen-wir-sind-dabei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geopark-hblo.de\/es\/2021\/05\/28\/expedition-erdreich-mit-teebeuteln-den-boden-erforschen-wir-sind-dabei\/","title":{"rendered":"Expedition Erdreich: Mit Teebeuteln den Boden erforschen \u2013 Wir sind dabei!"},"content":{"rendered":"<p>Weltweite Herausforderungen wie die schwindende Artenvielfalt, der Klimawandel und die rasch wachsende Weltbev\u00f6lkerung machen immer deutlicher, wie wichtig es ist einen Wandel zur Bio\u00f6konomie zu vollziehen. Um die bedeutende Rolle des Bodens in den Vordergrund zu stellen ruft das Wissenschaftsjahr 2020\/21 unter dem Thema Bio\u00f6konomie dazu auf, gemeinsam mit B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern rund ums Thema Boden zu forschen. Expedition Erdreich ist ein gemeinsames Projekt des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung, dem BonaRes Zentrum f\u00fcr Bodenforschung, dem Helmholtz Zentrum f\u00fcr Umweltforschung und dem Leibniz-Institut f\u00fcr die P\u00e4dagogik der Naturwissenschaften und Mathematik.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel der Bio\u00f6konomie ist es, fossile Rohstoffe wie Erd\u00f6l, Erdgas und Kohle durch Pflanzen zu ersetzen. Um die B\u00f6den zuk\u00fcnftig bestm\u00f6glich und nachhaltig nutzen zu k\u00f6nnen, ist es n\u00f6tig mehr Wissen \u00fcber sie zu erhalten. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen erarbeiten dieses Wissen und Versuchen gleichzeitig L\u00f6sungen f\u00fcr die k\u00fcnftige Bodennutzung zu finden. Die ben\u00f6tigten Daten f\u00fcr diese Forschung stellen die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger bereit, die an dem Projekt teilnehmen. Nachdem sie an zwei Standorten mit Hilfe des zugeschickten Aktions-Kits in ihrer unmittelbaren Umgebung wissenschaftliche Bodenuntersuchungen durchgef\u00fchrt haben, stellen sie ihre gewonnen Daten \u00fcber eine Website der Wissenschaft zur Verf\u00fcgung. Im Mittelpunkt der Aktion steht die Tea-Bag-Index-Methode, bei welcher insgesamt sechs genormte Teebeutel vergraben werden, \u00fcber eine Dauer von drei Monaten der Zersetzung im Boden ausgesetzt und anschlie\u00dfend wieder ausgegraben werden. Der nach dem Ausgraben gemessene Gewichtsverlust verr\u00e4t, wie viel Tee im Boden abgebaut wurde. Die tats\u00e4chliche Zersetzungsrate im Boden ist von verschiedenen Bodeneigenschaften abh\u00e4ngig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Um das Basismodul Tea-Bag-Index der Expedition Erdreich durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen mussten zun\u00e4chst zwei verschiedene Standorte f\u00fcr den Versuch bestimmt werden sowie deren Koordinaten, Fl\u00e4chennutzung, Sonneneinstrahlung und Besonderheiten notiert werden. Wir haben als Standorte einen heimischen Garten und einen Waldrand gew\u00e4hlt. Wir mussten stets die Augen offen behalten, weil sich insbesondere Schnecken daf\u00fcr interessierten, was wir denn da drau\u00dfen machen. Als n\u00e4chstes soll der Tea-Bag-Index bestimmt werden, um die Zersetzungsrate im Boden anzugeben. Hierf\u00fcr wird bei allen beschrifteten Teebeuteln das Startgewicht notiert. An jedem Standort werden sechs Teebeutel vergraben: dreimal Gr\u00fcner Tee und dreimal Rooibus-Tee. Im Abstand von 15 cm sollen jeweils in einem Loch von ca. 5 cm Durchmesser und 8 cm Tiefe ein Teebeutel vom Gr\u00fcnen-Tee und einer vom Rooibus-Tee gelegt werden. Anschlie\u00dfend werden die L\u00f6cher wieder zugesch\u00fcttet. Zwischen den drei Paaren Teebeutel soll ein Abstand von 50 cm eingehalten werden. Abschlie\u00dfend werden die Positionen der Teebeutel mit beiliegenden Holzst\u00e4bchen markiert und die Standorte mit Klebewimpeln gekennzeichnet. Ganz wichtig ist es w\u00e4hrend der Durchf\u00fchrung der Expedition alle Ergebnisse in die Datenbank einzutragen. Nun hei\u00dft es drei Monate warten und gespannt sein was passieren wird, bis die Teebeutel wieder ausgegraben werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Basismodul ist der pH-Wert-Test, mit dem der S\u00e4uregehalt des Bodens ermittelt wird, in welchem die Teebeutel vergraben wurden. Zun\u00e4chst muss ein ca. 5 bis 20 cm tiefes Loch gegraben werden und eine Bodenprobe bis zur 15-ml-Markierung im beigelegten R\u00f6hrchen eingef\u00fcllt werden. Dieses R\u00f6hrchen anschlie\u00dfend bis zur 30-ml-Markierung mit destilliertem Wasser auff\u00fcllen, 2 min kr\u00e4ftig sch\u00fctteln, 10 min warten und die Teststreifen f\u00fcr 5 Sekunden in das Wasser halten. Schlie\u00dflich kann der pH-Wert anhand der Farbskala abgelesen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich zu dem Basismodul Tea-Bag-Index und pH-Wert-Test beinhaltet die Expedition Erdreich noch weitere Zusatzmodule, die durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Ein Zusatzmodul ist die Fingerprobe, bei dieser die Beschaffenheit des Bodens erf\u00fchlt wird. Hierbei wird eine kleine Menge des Bodens zwischen Daumen und Zeigefinger geknetet, gerollt und gerieben sowie anschlie\u00dfend bestimmt ob es sich um sandigen, schluffigen, lehmigen oder tonigen Boden handelt. Weiterhin kann mithilfe einer im Aktionsheft abgedruckten Bodenfarbtafel die Farbe des Bodens ermittelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich pers\u00f6nlich finde diese Aktion grandios, weil man zum einen selbst einen Beitrag zur Bodenforschung leisten kann, gleichzeitig mehr \u00fcber das Thema Boden erf\u00e4hrt und sich zum anderen durch die Versuchsdurchf\u00fchrung wieder an fr\u00f6hliche Kindertage im Garten oder andauernde Chemiestunden w\u00e4hrend der Schulzeit erinnert f\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Text: Pia Krzyzaniak, Praktikantin<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"excerpt\">Weltweite Herausforderungen wie die schwindende Artenvielfalt, der Klimawandel und die rasch wachsende Weltbev\u00f6lkerung machen immer deutlicher, wie wichtig es ist einen Wandel zur Bio\u00f6konomie zu vollziehen. 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