{"id":27678,"date":"2025-11-11T10:07:16","date_gmt":"2025-11-11T09:07:16","guid":{"rendered":"https:\/\/geopark-hblo.de\/?p=27678"},"modified":"2025-11-11T10:07:16","modified_gmt":"2025-11-11T09:07:16","slug":"bildungsurlaub-auf-den-spuren-der-erdgeschichte-im-harz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geopark-hblo.de\/de\/2025\/11\/11\/bildungsurlaub-auf-den-spuren-der-erdgeschichte-im-harz\/","title":{"rendered":"Bildungsurlaub: Auf den Spuren der Erdgeschichte im Harz"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie ist der Harz entstanden? Warum gibt es hier so viele Bergwerke? Und was verbirgt sich hinter Begriffen wie Kellwasserkalk oder Wollsackverwitterung? Mit diesen und vielen weiteren Fragen besch\u00e4ftigten sich 15 wissbegierige Teilnehmende aus ganz Deutschland in der vorletzten Oktoberwoche beim Bildungsurlaub \u201eGeologie des Harzes \u2013 Ein Streifzug durch die Erdgeschichte im Norden und Westen des Harzes\u201c. Organisiert wurde das Seminar vom UNESCO Global Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen in Kooperation mit dem Verein Arbeit und Leben Niedersachsen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eintauchen in die \u201eklassische Quadratmeile der Geologie\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unter der fachkundigen Leitung von Diplom-Geologin und Geopark-Geoguide Susanne Schroth ging es f\u00fcr die Teilnehmenden mitten hinein in die \u201eklassische Quadratmeile der Geologie\u201c. Denn nirgendwo sonst in Deutschland l\u00e4sst sich die Entwicklungsgeschichte der Erde so eindrucksvoll ablesen wie im Harz. Schroth verstand es, komplexe geologische Prozesse anschaulich zu vermitteln und Begeisterung zu wecken: \u201eGeologie ist keine Geheimwissenschaft\u201c, betont sie. \u201eMan muss nur wissen, worauf man schaut \u2013 dann erz\u00e4hlen die Steine ihre Geschichte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch es blieb nicht bei theoretischen Erkl\u00e4rungen: Der Bildungsurlaub verband Vortr\u00e4ge, Exkursionen und praktische Beobachtungen zu einem lebendigen Lernprogramm. \u201eAnschauen und Anfassen\u201c lautete das Motto \u2013 und genau das machte den besonderen Reiz aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fachwissen aus erster Hand<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben Schroth bereicherten zwei weitere Experten das Programm: Dr. Friedhart Knolle, Geologe und Natursch\u00fctzer, erl\u00e4uterte die Entstehung des Harzes und sprach \u00fcber die Herausforderungen durch Schwermetallbelastungen. Dr. Volker Wilde vom Senckenberg-Institut, zugleich Vorsitzender des Geopark-Beirats, erkl\u00e4rte, was einen Geopark ausmacht und wie man ihn am besten erkundet, aber auch was sich hinter dem Begriff der \u201eKellwasserkrise\u201c verbirgt und wie die Teufelsmauer entstanden ist (der Teufel war es nicht\u2026).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Teilnehmer Jens Dunemann, Nationalpark-Guide, brachte sein Wissen ein. F\u00fcr ihn geh\u00f6ren Nationalpark, Geopark und Welterbe untrennbar zusammen: \u201eNur wer das Zusammenspiel versteht, kann die Einzigartigkeit dieser Region wirklich begreifen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Faszination Erdgeschichte zum Anfassen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf den Exkursionen ging es zu eindrucksvollen Aufschl\u00fcssen \u2013 also jenen \u201eFenstern in die Erdgeschichte\u201c, die durch Erosion oder Abbau entstanden sind. Ein H\u00f6hepunkt war der Besuch des Kellwassertals bei der Okertalsperre. Hier findet man einen Infopunkt zu den ber\u00fchmten Kellwasserkalken des sogenannten Kellwasser-Events, einem Aussterbeereignis, das weltweit im Oberdevon (395-385 Millionen Jahre vor heute) stattgefunden hat. Diese Gesteinsschichten wurden im Harz erstmals beschrieben \u2013 ein St\u00fcck Weltgeologie direkt vor der Haust\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Sandgrube am Rehberger Graben mit eindrucksvoller Wollsackverwitterung stand auf dem Programm. Hier konnten die Teilnehmenden direkt sehen, wie der verwitterte Granit beim Bau des Oderteiches Verwendung fand.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Stationen waren die Teufelsmauer bei Weddersleben, das Nationalpark-Besucherzentrum und Geopark-Informationszentrum TorfHaus sowie der Hans Cloos-Aufschluss am geologischen Lehrpfad Kloster Michaelstein in Blankenburg, der ein nationales Geotop ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Begeisterte Teilnehmende mit pers\u00f6nlichem Bezug<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Teilnehmenden kamen aus ganz unterschiedlichen beruflichen und pers\u00f6nlichen Hintergr\u00fcnden \u2013 und doch verband sie die Neugier auf die Erdgeschichte. Annette Cors, Mitglied im Harzklub, war sofort begeistert, als sie von dem Angebot erfuhr: \u201eDas Thema hat mich schon immer interessiert. Im Harz gibt es ja bekanntlich viele Steine. Jetzt wei\u00df ich endlich, was sich hinter dieser Vielfalt verbirgt.\u201c Das Ehepaar Doreen und Ingo Praeck aus Senden, beide mit Erfahrung im Bergbau, fand im Seminar eine neue Perspektive: \u201eJeder Stein, den wir jetzt sehen \u2013 ob in der Natur oder als Pflasterstein \u2013 erz\u00e4hlt f\u00fcr uns eine Geschichte. Das ver\u00e4ndert den Blick auf die Welt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geologie sichtbar und begreifbar machen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ziel des Bildungsurlaubs war es, geologisches Wissen erlebbar zu machen und zugleich den Wert des Harzes als Bildungs- und Naturraum hervorzuheben. \u201eViele wussten gar nicht, dass es hier im Harz so tolle geologische Orte gibt\u201c, sagt Susanne Schroth. \u201eWenn man versteht, wie diese Landschaft entstanden ist, sieht man sie mit anderen Augen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausblick: N\u00e4chster Bildungsurlaub 2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer Lust bekommen hat, selbst in die Tiefen der Erdgeschichte einzutauchen, sollte sich den 17. bis 21. August 2026 vormerken. Dann l\u00e4dt der Geopark gemeinsam mit Arbeit und Leben Niedersachsen erneut zu einem Bildungsurlaub zur Geologie des Harzes ein \u2013 mit neuen Stationen, spannenden Themen und garantiert vielen Aha-Momenten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"excerpt\">Wie ist der Harz entstanden? Warum gibt es hier so viele Bergwerke? Und was verbirgt sich hinter Begriffen wie Kellwasserkalk oder Wollsackverwitterung? 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