{"id":27193,"date":"2025-06-02T11:28:19","date_gmt":"2025-06-02T09:28:19","guid":{"rendered":"https:\/\/geopark-hblo.de\/?p=27193"},"modified":"2025-06-02T11:28:20","modified_gmt":"2025-06-02T09:28:20","slug":"gedenkbaum-fuer-prof-dr-walter-riegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geopark-hblo.de\/da\/2025\/06\/02\/gedenkbaum-fuer-prof-dr-walter-riegel\/","title":{"rendered":"Gedenkbaum f\u00fcr Prof. Dr. Walter Riegel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erinnerung an jahrzehntelange Forschung in Sch\u00f6ningen<\/strong><br>Sch\u00f6ningen, 26. Mai 2025. Zu einem ganz besonderen Anlass fanden sich unl\u00e4ngst Christine Eichler-Riegel, ihr Sohn Leonhard mit seiner Lebensgef\u00e4hrtin mit zahlreichen Wissenschaftlern im Sch\u00f6ninger Amtsgarten ein. Zum Gedenken an den im April 2024 verstorbenen Ehemann, Vater, Kollegen und Freund Prof. Dr. Walter Riegel besuchten sie den zu seinen Ehren gepflanzten Erinnerungsbaum.<br>Walter Riegel war \u00fcber Jahrzehnte regelm\u00e4\u00dfig in Sch\u00f6ningen zu Gast, um im Tagebau geologische Forschungen durchzuf\u00fchren. Begleitet wurde er im Laufe der Jahre von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen. Darunter der langj\u00e4hrige Wegbegleiter und Freund Dr. habil. Volker Wilde, der auch Initiator des Gedenkbaumes war.<br>Walter Riegel verstarb am 28. April 2024 im Alter von 91 Jahren in G\u00f6ttingen. Geboren 1932 in Sommerhausen bei W\u00fcrzburg und stark gepr\u00e4gt von der Kriegs- und Nachkriegszeit, nahm er nach dem Abitur 1952 das Studium der Geologie und Pal\u00e4ontologie in W\u00fcrzburg auf. Seine wissenschaftliche Ausrichtung geht wesentlich auf seine Studienzeit in Bonn und K\u00f6ln zur\u00fcck, wo ihn die Lehrveranstaltungen zur Geologie und Pal\u00e4ontologie der Kohlenlagerst\u00e4tten nachhaltig beeinflusst haben. Nach dem Diplom wechselte er als Research Assistant an die Pennsylvania State University (USA), wo er seinen Erfahrungshorizont in diesen Fachgebieten erheblich erweitern konnte. Nachhaltigen Einfluss hinterlie\u00dfen bei ihm hier die Gel\u00e4ndearbeiten zum Verst\u00e4ndnis der Zusammenh\u00e4nge zwischen Vegetation und Torfbildung der jungen Ablagerungen in den Florida-Everglades, die 1966 die Grundlage seiner Dissertation und mehrerer sp\u00e4terer Ver\u00f6ffentlichungen bildeten. Als Assistent und Oberassistent war Walter Riegel danach an den Universit\u00e4ten Bonn und G\u00f6ttingen t\u00e4tig und habilitierte sich in G\u00f6ttingen Anfang 1976 mit einer Pionierarbeit zu Sporen aus dem Devon der Eifel.<br>Zun\u00e4chst Privatdozent und au\u00dferordentlicher Professor an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, wurde Walter Riegel dort 1983 zum Professor f\u00fcr \u201cPal\u00e4obotanik, Palynologie und Geologie der Fossilen Brennstoffe\u201d ernannt. Diese Stelle erlaubte ihm die Gr\u00fcndung einer eigenen Arbeitsgruppe, in der er der Vielfalt seiner Interessen im Sinne einer Phytogeologie Ausdruck verleihen konnte. Mit dieser von ihm selbst gern verwendeten Bezeichnung meinte er die ganzheitliche Betrachtung von Sedimentfolgen unter den verschiedensten Aspekten von Vegetation und \u00d6kologie. Neben einer erheblichen Belastung durch Lehr- und Pr\u00fcfungst\u00e4tigkeit, entstand w\u00e4hrend der Zeit des H\u00f6hepunktes der Studentenzahlen unter seiner Betreuung von 1977 bis 2001 die bemerkenswerte Zahl von 64 Diplomarbeiten, 17 Dissertationen und einer Habilitation. Als Grundlage daf\u00fcr erwiesen sich vor allem die weitere Umgebung von G\u00f6ttingen und die Braunkohlentagebaue von Hessen, Niedersachsen, den neuen Bundesl\u00e4ndern und Griechenland. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Versetzung in den Ruhestand 1998 intensivierte Walter Riegel seine bis in die letzten Lebenstage betriebene Forschungst\u00e4tigkeit im Helmstedter Revier in Sch\u00f6ningen und wurde zum Ehrenamtlichen Mitarbeiter des Naturmuseums und Forschungsinstituts Senckenberg ernannt. Sein vielf\u00e4ltiges Lebenswerk wurde schlie\u00dflich 2020 mit dem Rolf-und-Marlies-Teichm\u00fcller-Preis der DGGV gew\u00fcrdigt.<br>Neben der wissenschaftlichen Arbeit pflegte Walter Riegel immer seine musischen, philo-sophischen und politischen Interessen, von denen die letzteren beiden zu manch anregender Diskussion gef\u00fchrt haben.<br>\u201eDie Fachwelt hat mit Walter Riegel einen weltoffenen, bed\u00e4chtigen aber kritischen und sehr vielseitigen Wissenschaftler und ausgesprochen angenehmen Mitmenschen verloren, den wir sehr vermissen werden\u201c, wei\u00df Volker Wilde \u00fcber seinen Mentor und Freund zu berichten.<br>Im Herzen Sch\u00f6ningens erinnert nun ein Amberbaum, wie ihn Walter Riegel von seiner Zeit aus Nordamerika kannte, an den besonderen Wissenschaftler, dessen Forschungsarbeit ihn immer wieder nach Sch\u00f6ningen gef\u00fchrt hatte. <\/p>\n\n\n\n<p>Pressekontakt Stadt Sch\u00f6ningen<br>Anke Grundmann, Telefon 05352.512 196, Mail: anke.grundmann@schoeningen.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"excerpt\">Erinnerung an jahrzehntelange Forschung in Sch\u00f6ningenSch\u00f6ningen, 26. 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