UNESCO-Gepark: „Grüne Karte“ ist kein Selbstläufer.

Helmstedt, 01. 02.2018
Auf der letzten Sitzung September 2017 hat der UNESCO GLOBAL GEOPARKS COUNCIL entschieden, dem UNESCO Global Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen eine sogenannte „Grüne Karte“ zu verleihen. Dies bedeutet, dass die Anerkennung des Gebietes als UNESCO Global Geopark um weitere vier Jahre verlängert wird.
Das ist eine Riesenchance aber auch eine große Herausforderung für die Region.
Denn trotz des positiven Gesamturteils wurden dem Geopark konkrete Empfehlungen zur weiteren Arbeit für die kommenden vier Jahre aufgegeben, die erfüllt werden müssen. So empfiehlt das NATIONALKOMITEE DER DEUTSCHEN UNESCO-KOMMISSION einen stärker in den Geopark integrierten Ansatz für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Das Nationalkomitee erwartet auch, dass sich der Geopark gesellschaftlichen Herausforderungen wie z.B. dem demographischen Wandel durch Mitarbeit in Gremien zuwendet und sich als aktiver und sichtbarer Akteur oder zumindest als Plattform für eine nachhaltigere Zukunft der Region weiter etabliert. Es sieht deshalb insgesamt die Notwendigkeit von weiteren finanziellen Ressourcen und Personal.
Das UNESCO GLOBAL GEOPARKS COUNCIL hat Empfehlungen ausgesprochen, die deutlich machen, dass die Geopark-Träger weitere Anstrengungen unternehmen müssen:
 Das hervorragende Netz aus Landmarken und Geopunkten, des Teilbereichs Harz, soll auch im Nordteil des Geoparks fortgesetzt werden.
 F ür die Weiterentwicklung des Geoparks werden Informationstafeln mit englischen Zusammenfassungen und QR-Codes zu englischsprachigen Faltblättern erwartet.
 Ein auf formellen Vereinbarungen basierendes Partnernetzwerk des Geoparks soll auch Beherbergungsbetriebe, Gastronomie, Transportunternehmen und Erzeuger regionaler Produkte einschließen.
 Die internationale Bedeutung des Geoparks soll durch erhöhte Aktivitäten innerhalb des Europäischen Geoparknetzwerkes (EGN) und Partnerschaften innerhalb des Globalen Geoparknetzwerkes (GGN) besser in Wert gesetzt werden.
Nach 2007, 2009 und 2013 hat sich der Geopark bereits zum vierten Mal einer aufwändigen internationalen Evaluierung (= Revalidierung) unterziehen müssen. Seit das Globale Geopark Netzwerk 2015 zu einem UNESCO-Netzwerk aufgewertet wurde sind die Anforderungen nochmals deutlich gestiegen. Geoparks sollen wie UNESCO-Biosphärenreservate zu Modellgebieten für eine zukunftsorientierte nachhaltige Regionalentwicklung werden. Deshalb war es keine Selbstverständlichkeit, dass auch bei der letzten gründlichen Überprüfung nun wieder das Urteil „Grüne Karte für weitere vier Jahre“ stand.
Die Vorsitzenden der beiden Geopark-Trägervereine, Landrat Martin Skiebe (Landkreis Harz) und Erster Kreisrat Hans Werner Schlichting (Landkreis Helmstedt) sowie Helmstedts Landrat Gerhard Radeck sehen die Geopark-Entwicklung insbesondere als einen fortlaufenden und zielgerichteten Ausbau der Netzwerkarbeit innerhalb der Geopark-Region. Die hohen Anforderungen können auf der relativ großen Fläche (9.640 km2) dabei nur erfüllt werden, wenn die bestehenden Aktivitäten von Vereinen, Bürgern, Museen, Instituten, Gemeinden, Landkreisen und Städten miteinander vernetzt und die regionale Entwicklung gemeinsam im Sinne der UNESCO-Nachhaltigkeitsidee verstärkt werden. So bleibt die Auszeichnung denn auch nicht ein bloßes Gütesiegel, sondern trägt direkt zur Entwicklung der Geopark-Region bei.
Dass es in unserer heterogenen Geoparkregion mit so unterschiedlichen Gebieten wie Großstädten, Industriestandorten, Tourismusgebieten und ländlichen Räumen nun schon seit 16 Jahren zu einer drei Bundesländer-übergreifenden erfolgreichen Zusammenarbeit kommt, wurde von den UNESCO-Inspektoren als eine besondere Leistung gewürdigt. Die kontinuierliche Entwicklung einer gemeinsamen regionalen Identität wird hier deshalb ausdrücklich als ein besonders hohes Gut herausgestellt.

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