Geopark empfängt UNESCO-Urkunde auf dem Brocken

Das Wetter zeigte sich von der besten Seite, als die Vertreter des Geoparks Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen bei einer Feierstunde auf Norddeutschlands höchstem Gipfel die Urkunde der UNESCO verliehen bekamen. Bis weit ins Braunschweiger Land hinein reichte der Blick und so war für ein geeignetes Ambiente bei der Auszeichnung des größten Geoparks in Deutschland an seinem symbolträchtigsten Ort gesorgt.

Der Vorsitzende des Regionalverbandes Harz, Landrat Martin Skiebe, begrüßte etwa 100 Gäste aus der Region, die allesamt an der Entwicklung des Geoparks mitgewirkt haben. Er stellte die verbindende Wirkung des Geoparks im Harz und seinem nördlichen Vorland heraus, die zu einer guten regionalen Kooperation führe und darüber hinaus identitätsstiftend sei.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, ehemaliger Schirmherr des Geoparks, brachte zum Ausdruck, dass er stolz auf die Auszeichnung für den Geopark sei. Dieser habe sich seit 2002 als erfolgreiches Instrument bei der Kooperation über Ländergrenzen hinweg erwiesen. Die knapp 10.000 km2 große Geoparkregion enthalte nicht nur ein weltweit bedeutendes geologisches Erbe mit zahlreichen Lagerstätten, sondern sei auf dieser Grundlage auch zur Wiege der deutschen Nation im frühen Mittelalter geworden.

Minister a.D. Walter Hirche, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und ebenfalls ehemaliger Schirmherr des Geoparks überreichte den Vorsitzenden der Trägervereine, darunter für das Braunschweiger Land Wolfenbüttels Landrätin Christina Steinbrügge und Helmstedts erster Kreisrat Hans-Werner Schlichting, die Urkunde zur Aufnahme in das UNESCO Global Geopark Network. Hirche lobte die positive Entwicklung des Geoparks und verschwieg dabei nicht, dass die hohe internationale Auszeichnung regelmäßig gründlich überprüft werde. Er rief deshalb zu dessen aktiver Weiterentwicklung auf. Dabei komme nachhaltigem Wirtschaften und Umweltbildungsprogrammen angesichts globaler Probleme, wie der Klimaänderung, eine zentrale Bedeutung zu.

In einer moderierten Gesprächsrunde kamen bedeutende Geopark-Akteure zu Wort, darunter der Vorsitzende des langjährigen Trägervereins FEMO e.V. Karl-Friedrich Weber und der Bürgermeister der Gemeinde Schladen-Werla Andreas Memmert, die über ihre aktive Arbeit an der Basis berichteten. Dadurch wurde auf eine wichtige Besonderheit hingewiesen: Geoparks wachsen von unten nach oben, sie bilden sich durch die Verknüpfung lokaler Projekte, im Braunschweiger Land sind das neben den Geopfaden z.B. der Archäologiepark Kaiserpfalz Werla, der Geopunkt Schandelah, der Findlingsgarten und das Geopark-Infozentrum in Königslutter.

Hans-Werner Schlichting, der als Vorsitzender des neuen Trägervereins Braunschweiger Land – Ostfalen die Gäste verabschiedete, wies ebenfalls auf die Bedeutung des gut funktionierenden internen Netzwerkes hin, das sich im Geopark gebildet habe. Starke Partner, wie das Schöninger Paläon, das Naturhistorische Museum in Braunschweig, FEMO und der Naturpark Elm-Lappwald setzen gemeinsam mit den Kreisen, Städten und Gemeinden das Geopark-Konzept um. So könne man gemeinsam sowohl die touristische Attraktivität für Gäste als auch die Lebensqualität für die Bürger in der Region stetig verbessern. Mit der Auszeichnung von der UNESCO sei man nun zum Aushängeschild und Botschafter Deutschlands in der Welt geworden – eine anspruchsvolle und zugleich schöne Aufgabe, bei der man über die zahlreichen kommunalen Anstrengungen hinaus nun auch hoffnungsvoll einer Unterstützung durch den Bund und die Länder entgegensehe.

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